Aquariumfische
  Zebrawels
 
Zebrawels / Zebrapleco / L46 / Hypancistrus zebra
Steckbrief    

Familie: Welse
Heimat: Brasilien, Rio Xingu
Synonyme: Imperiales pleco/peckoltia, L106
Ersteinführung: 1989 
Grösse: 7.5cm
Geschlechtsunterschiede: Die Hautzähnchen (Odontoden) auf den Kiemendeckeln sind bei den Männchen deutlich länger als bei den Weibchen
Temperatur: 25-30 O C
Beckengrösse: ab 80cm
Wasserwerte: pH 6,5-7,4

Die ersten regelmässigen Importe des Zebrawelses gelangten etwa um 1989 in die Zoogeschäfte. Mehrere hundert Mark musste man zu dieser Zeit für solch eine Rarität bezahlen, und die Tiere waren oft in einem gesundheitlich schlechten Zustand. Im Laufe weniger Jahre wurden die Fische regelmässig impotiert, und der Preis sank auf ein erträgliches Mass. Die Zucht der H. zebra ist inzwischen mehrfach gelungen. Es lassen sich mehrere Tiere in einem Aquarium pflegen, da sie nicht so territorial sind wie viele andere Harnischwelse. Man sollte darauf achten, dass die andern Bewohner des Aquariums nicht zu aggressiv sind und die Zebrawelse unterdrücken. Lebhafte Barben, wie die Sumatrabarbe, sind daher nicht geeignet.

Herkunftsgebiet:

Er stammt aus dem Rio Xingu einem Fluss im Amazonasgebiet und lebt in dort entstandenden Höhlen im Lavagestein.


Soziales Verhalten:

Manchmal werden einzelne, meist männliche, Zebrawelse dominierend und aggressiv. Sie müssen entfernt werden, damit sie den unterlegenen Artgenossen keinen Schaden zufügen. 


Hälterungsbedingungen:

Zebrawelse mögen es warm. Darum ist darauf zu achten, dass die Temperatur nicht unter 26°C abfällt. Der Zebrawels ist besonders gut für die Haltung in Aquarien geeignet, da er nur 8 bis 9 cm gross wird. Der in fast allen Aquarien vertretene ,,Blaue Antennenweis" Ancistrus dolichiopterus (in Wahrheit ist das übrigens ein Harnisch- und kein Antennenweis) wird dagegen nicht selten über 15 Zentimeter gross. Er ist ein guter Algenvertilger, was man von H. zebra nicht behaupten kann. Dieser ernährt sich omnivor, ist also ein Allesfresser. Algen stehen leider nicht auf seinem Futterplan. Im Diskusaquarium frisst er nach Einbruch der Dunkelheit übrig gebliebenes Futter, das zwischen der Dekoration von den Diskus nicht gefunden wurde.

Wenn man die Weise nicht züchten möchte, kann die Wasserhärte ruhig im mittleren Bereich liegen. Allerdings stellen die Fische hohe Ansprüche an die Qualität des Wassers. Belastetes Wasser mit hoher Keimzahl vertragen sie schlecht. Eine starke Filterung, regelmässige Wasserwechsel und gut durchlüftetes Wasser mit einem hohen Sauerstoffgehalt sind obligatorisch. Die Zebrawelse benötigen entsprechend ihrem Heimatgewässer, dem Rio Xingu, einen zerklüfteten Bodengrund mit vielen Verstecken. Der Rio Xingu ist einer der grössten südlichen Klarwasserzuflüsse des Amazonas und entspringt im Mato Grosso. Einsturzsichere Aufbauten aus Schieferplatten und Steinen, welche Höhlen in einer Grösse bieten, dass die Zebrawelse gerade Unterschlupf finden, werden gerne angenommen. Es ist darauf zu achten, dass für jedes Tier eine Höhle zur Verfügung steht.


Geschlechtsunterschied:

Die Geschlechter sind beim L46 relativ schwer auseinander zu halten. Die Männchen sind allgemein etwas fülliger, haben einen weniger kantigen Kopf und sind auch etwas grösser als die nur 9 cm grossen Weibchen. Die Hautzähnchen (Odontoden) auf den Kiemendeckeln sind bei den Männchen deutlich länger als bei den Weibchen. Ausserdem haben die Männchen zusätzliche Odontoden auf dem ersten Flossenstrahl der Brustflosse, welche den Weibchen völlig fehlen. Die Zeichnung hingegen sagt nichts über das Geschlecht aus.


Zucht:

Wenn man die Zebrawelse züchten möchte, sollte man eine Temperatur von 28°C einhalten und für gut gefiltertes und reich belüftetes Wasser mit hohem Sauerstoffgehalt sorgen. Mittels einer kräftigen Pumpe sollte der Wasserstrom so gelenkt werden, dass er auch in die Bruthöhlen strömt. Die Paarung kündigt sich nicht durch besondere Verhaltensweisen an. Wenn ein Männchen eine Höhle in Besitz genommen hat, gesellt sich ein Weibchen dazu und es kommt zur Paarung. Das Weibchen legt nun wenige Eier, die dann die dann auf vier bis fünf Millimeter aufquellen. Nur bei guten Ernährungszustand der Weibchen werden Gelege mit bis zu zwanzig Eiern erzielt. Nach sechs Tagen schlüpfen die Larven. Sie haben einen Dottersack, der nicht viel kleiner ist als das Ei vorher. Nach etwa 12 Tagen ist der Dottersack aufgebraucht, und die kleinen Zebrawelse beginnen, die Höhle zu verlassen. Die Aufzucht macht keine Probleme, da die Jungfische sofort feines Frostfutter und Artemianauplien fressen. Auch Cyclops eignen sich als kraftvolles Erstfutter. Zerbröselte sera Spirulina Tabs und sera Premium Flakes werden ebenfalls gerne angenommen.


Ernährung:

Die Nahrung für den Zebrawels sollte feinkörnig sein. Futtertabletten werden zwar gerne angenommen, aber damit wartet er, bis sie zu  feinen Bröseln zerfallen sind. Flockenfutter und feines Granulatfutter können sofort verzehrt werden, wenn sie auf den Boden gesunken sind. Kleines Frostfutter, wie Cyclops, Bosmiden und Daphnia, wird ebenfalls gerne gefressen. Wenn man ruhig vor dem Aquarium sitzt, kann man die Weise beim Fressen beobachten. Obwohl sie tagaktiv sind, erschrecken sie bei schnellen Bewegungen vor dem Becken und verstecken sich in ihren Höhlen.

 


Besonderheiten:

Es ist sehr konsequent auf Hygiene zu achten. Auf keinen Fall darf Futter am Boden übrig bleiben und sich zersetzen. Der Bodengrund muss spätestens jeden zweiten Tag mit einer Mulmglocke abgesaugt werden. In Zuchtbecken ohne Bodengrund sollte die Bodenscheibe regelmässig gereinigt werden, damit sich keine schleimigen Aufwüchse bilden. Oft hat man Bedenken und Hemmungen, sich einem scheinbar unbekannten Gebiet der Aquaristik oder der Pflege einer noch wenig bekannten Art zu widmen. Gerade für solche vorsichtigen Aquarianer ist der Zebrawels gut geeignet, um neue Wege zu gehen und weitere Erfahrungen zu sammeln.

 
 
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